Wüstrei - Bystré


Geschichte

Von der Gründung des Dorfes ist uns Näheres nicht bekannt, doch dürfte bereits um das Jahr 1390 eine von Herrn Mathias Salava von Lipa erbaute Burg mit dem Namen Bystry bestanden haben. Schon 1534 wird sie als zerstört genannt. Der Name ist tschechischer Herkunft: bystrý zu ergänzen: potok, schnellfließend (nach Rosezin).
Wüstrei war eingepfarrt nach Starkstadt. Im Orte selbst steht eine kleine Kapelle.
Im Jahr 1854 wurde in Wüstrei ein eigenes Schulhaus erbaut. Im Gebäude befand sich nach 1920 bis etwa 1930 eine tschechische Minderheitsschule.

Als Folge der Vertreibung und des Terrors 1945 hat neun Todesopfer zu beklagen.

Lage

Die Straße von Starkstadt nach Rotkosteletz führt im Tale der Jibka und weiterhin am Wüstreier Bach entlang nach Wüstrei. Die etwa 2,2 km lange Gemeinde zieht sich als Waldhufendorf im engen Tal des fischreichen Wüstreier Baches entlang.
Der Ort war eine Sprachgrenzgemeinde. Er grenzte im Süden an die tschechische Ortschaft Roketnik.
Der Boden besteht im oberen Ortsteile aus einem sandigen Lehm auf felsigem Untergrund und einem sehr fruchtbaren mergeligen Lehmboden in den niederen Lagen, so dass zumeist mit sicheren und guten Erträgen gerechnet werden konnte.
In der Dorfflur kommen zahlreiche Findlinge versteinerten Holzes vor, anscheinend Teile des geologisch bekannten Radowenzer "Versteinerten Waldes". Das Gesamtausmaß der Gemeinde betrug 526 ha.
Die Kippe, eine mitten im Dorf liegende Anhöhe, der Türkenberg an der Sprachgrenze und der nahe Schwedenberg in Chliwitz bildeten, der guten Aussicht halber, lohnende Wanderziele für die Bevölkerung.

Wirtschaft - Bevölkerung

Auf Wüstreier Grunde befinden sich ausgedehnte Steinkohlenflöze, die der sogenannten böhmischen Mulde anzurechnen sind. An der Westgrenze der Gemeindeflur wurden diese im Tiefbau (ca. 600 m) von der Schwadowitzer Bergbau-AG abgebaut und durch die auf der Gemarkung Hertin gelegenen Schächte, Karlschacht und Wetterschacht, zu Tage gefördert, bzw. vom Karlschacht durch einen um 1840 erbauten 3,6 km langen Stollen zum Aufbereitungsbetrieb der Gesellschaft am Idaschacht in Schwadowitz befördert.

Einwohnerzahlen nach den Ergebnissen der amtlichen Volkszählungen:

Jahr Deutsche Tschechen Andere Gesamt
1885 777 42   819
1900 646     646
1913 551   1 552
1920 473 34 5 512
1930 408 19 2 429
1939       441
1961       281

Wüstrei ist seit 1965 ein Gemeindeteil von Starkstadt.

Mehr über Wüstrei können Sie in dem Dorfbuch "Wüstrei, Chliwitz, Ober-Drewitsch" nachlesen.
Es ist beim Heimatkreis Braunau erhältlich.











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