Ober Wekelsdorf - Horni Teplice


Geschichte

Umfang und Ausmaß dieser Dorfgemeinde wurden durch die im Jahre 1881 erfolgte Dreiteilung in Ober- und Unter Wekelsdorf und den Markt Wekelsdorf der im Jahre 1850 errichteten Marktgemeinden Ober- und Unter-Wekelsdorf bestimmt.
Eingepfarrt und eingeschult war Ober Wekelsdorf nach Markt Wekelsdorf. Als Folge der Vertreibung und des Terrors 1945 hat Ober Wekelsdorf 10 Todesopfer zu beklagen.

Lage

Das Dorf Ober Wekelsdorf liegt im Tal des wasserarmen Krimsbaches. Der Ort erstreckt sich auf etwa zwei Kilometer. Ober Wekelsdorf wird bis etwa in die Dorfmitte von der alten Bezirksstraße durchzogen, die dann beim ehemaligen Gasthaus "Zur Spitze" scharf nach Westen abbiegt und über die steile Anhöhe bei Buchwaldsdorf ins Mettautal führt. Der obere Teil des Dorfes wird von einer Gemeindestraße erschlossen.
Die durchschnittliche Seehöhe des Ortes liegt bei etwa 510 m. Der Boden ist zum Teil sandiger Lehm, teilweise auch lehmiger Sand, stellenweise schotterig und von mäßiger Fruchtbarkeit, in den höheren Lagen den rauhen Winden ausgesetzt.
Nach der Teilung hatte der Ort ein Gesamtausmaß von 610 ha. Nächster Bahnhof war Unter Wekelsdorf.

Wirtschaft - Bevölkerung

Die Einwohner fanden Erwerb in der Landwirtschaft (37%) in Industrie und Gewerbe in der Gemeinde und ihrer Umgebung.
Der Bauer und Flachshändler Johann Fiedler begründete um 1900 ein umfangreiches und weitverzweigtes flachsverarbeitendes Industrieunternehmen, dessen Fabrikationsstätten in Ungarn, Slawonien, Siebenbürgen und im Bezirke Trautenau lagen. Durch den Zusammenbruch der Monarchie im Jahre 1918 kamen die Fabriken in vier verschiedene Nachfolgestaaten zu liegen. Die dadurch hervorgerufenen unüberwindlichen Schwierigkeiten und die nachfolgende Wirtschaftskrise der zwanziger Jahre brachten das große Unternehmen zum Erliegen.

Einwohnerzahlen nach den Ergebnissen der amtlichen Volkszählungen:

Jahr Deutsche Tschechen Andere Gesamt
1885 727 4   731
1900 735     735
1913 736     736
1920 631 2   633
1930 557 6   563
1939       473
1961       275

Ober Wekelsdorf ist heute in die Stadt Wekelsdorf eingegliedert.

Ober Wekelsdorf ist der Geburtsort des königlich-sächsischen Opern- und Kammersängers Josef Alois Tichatschek (1807-1886). Am Geburtshause Nr. 4 wurde dem gefeierten Tenor und Wegbereiter Richard Wagners eine Gedenktafel mit seinem Reliefmedaillon angebracht. Im Jahr 2001 wurde ein Denkmal mit einem Abguss vom Original des Medaillon in Wekelsdorf errichtet.

Mehr über Ober Wekelsdorf können Sie in dem Dorfbuch "Wekelsdorf", herausgegeben vom Heimatkreis, nachlesen.
Es ist beim Heimatkreis Braunau erhältlich.







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