Nieder Adersbach - Dolní Adršpach


Geschichte

Nieder- und Ober-Adersbach sind (nach Rosezin) aus der Herrschaft Adersbach mit Burg hervorgegangen. Zeugnis für die Burg ist die in einer Urkunde aus dem Jahre 1355 erwähnte Bezeichnung "castrum Ebrsbach" und für die Pfarre Bezeichnung "ecclesia Ebrsbach" aus dem Jahre 1359. Im Jahr 1615 erscheint bereits der Name Niederadersbach. Die Bedeutung des Namens ist "Dorf des Ebers". Kirchlich gehörte Nieder Adersbach gehörte kirchlich zur Pfarre Merkelsdorf. Das Schulhaus wurde 1870 erbaut.
Johannes von Nadherny, der Urgroßvater des letzten Besitzers, hatte die Herrschaft 1825 käuflich erworben. Zum Schloss gehörten zwei Meierhöfe, der Oberhof und der Niederhof. Der Besitz blieb bis 1945 mit einer kürzeren Unterbrechung in den Händen der Familie Nadherny. Der letzte Eigentümer war Baron Constantin von Nadherny-Borutin, gest. 1958. Mit der Enteignung der letzten Besitzer ging 1945 eine mehr als 700jährige Geschichte der Herrschaft Adersbach zu Ende.
Ein baugeschichtlich interessantes Gebäude ist der "Umlaufhof". Das 1670 in altfränkischem Stil erbaute Anwesen Nr. 31, das seit 200 Jahren im Besitz der Umlaufs gehörte zu den ältesten Fachwerkbauten des Ländchens.

Als Folge der Vertreibung und des Terrors 1945 hat Nieder Adersbach 17 Todesopfer zu beklagen.

Lage

Nieder-Adersbach liegt im Tale des Adersbaches, das sich zwischen dem Holsterberg, Althaus, der Felsenstadt und dem Buchberg von Westen nach Osten hinzieht. Die Seehöhe beträgt 515 m. Die Dorflänge (von der Ortsgrenze Ober-Adersbach bis zur Niedermühle Nr. 1 in Buchwaldsdorf) betrug 4 km. Das Flächenausmaß umfasste 1.166 ha.
Im Westen grenzt Nieder Adersbach an die Gemeinde Ober Adersbach, im Norden an Merkelsdorf und Liebenau, im Osten an Wekelsdorf, im Westen an Hottendorf und Johnsdorf und im Süden an Buchwaldsdorf.
Der Boden ist vorherrschend lehmig, teilweise sandig;. Es gibt auch steinige Partien und in der Nähe der Felsen Ton. Das Klima ist rauh, die Fruchtbarkeit mittelmäßig.
Der Felsenbach entspringt innerhalb der Felsen und bildet dort ein kleinen Wasserfall, der durch Anstauen zu einem tosenden Sturzbach verstärkt werden kann. Zu den stehenden Gewässern gehören der Felsenteich mit der romantischen Kahnfahrt für die Besucher der Felsen, der Schlossteich gegenüber dem Schloss und ein etwa 1.200 qm großes Strandbad beim Felsenhotel.
Der Ort liegt an der Eisenbahn-Lokalstrecke Wekelsdorf-Trautenau.

Die Adersbacher Felsen werden seit 200 Jahren von vielen Tausenden Touristen besucht, u. a. auch von J. W. v. Goethe, von Friedrich dem Großen, Königin Luise von Preußen, Königin Juliane von Holland. An Goethes Besuch erinnert eine Marmortafel aus dem Jahre 1880 und eine Büste aus dem Jahre 1932, die im Felsenbereich angebracht waren. Zahlreiche Künstler geben Motive aus dem Felsengebiete wieder.
Ziel der Ausflügler war auch die Ruine Althaus. Von der ehemaligen Raubritterburg sind nur noch Reste eines Brunnens, eines Kellers und eines Gewölbes vorhanden. Ein zweites Ausflugsziel war der Holsterberg.

Wirtschaft - Bevölkerung

An Bodenschätzen hatte Nieder Adersbach Sand für verschiedene Zwecke aufzuweisen: für den Hausbau, für den Edelputz, für die Glaserzeugung. Zu den wichtigsten Unternehmen gehörten die Sandwerke, die 70 verschiedene Glasindustrien, besonders im Inlande, mit Sand belieferten, sowie die Zementwerke.

Einwohnerzahlen nach den Ergebnissen der amtlichen Volkszählungen:

Jahr Deutsche Tschechen Andere Gesamt
1885 742 5   747
1900 676   8 685
1913 671 5 10 686
1920 576 52 17 645
1930 585 34 16 635
1939       584
1961       370

Die ehemals selbständigen Gemeinden Nieder- und Ober Adersbach sind heute zur Gemeinde Adersbacb vereinigt.

Mehr über Nieder Adersbach können Sie in dem Dorfbuch "Nieder Adersbach" nachlesen.
Es ist beim Heimatkreis Braunau erhältlich.















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