Chliwitz - Chlívce


Geschichte

Chliwitz ist ein Dorf, das im Bereich der Herrschaft Starkstadt im 14. Jahrhundert entstanden und nach Zerstörung durch die Hussiten im 16. Jahrhundert neubesiedelt wurde (nach Rosezin). Der Name ist tschechischen Ursprungs. Er ist von "chlív", der Stall, abzuleiten. Es ist anzunehmen, dass der Ort an der Stelle von Schafstallungen errichtet wurde. Chliwitz lag an der deutsch/tschechischen Sprachgrenze.
Ab 1854 hatte Chliwitz eine eigene Volksschule. In Chliwitz lebten von 1920 bis 1938 bis zu 41 tschechische Einwohner, für deren Kinder eine einklassige tschechische Minderheitsschule bestand. Chliwitz war eingepfarrt nach Starkstadt.
Als Folge der Vertreibung und des Terrors 1945 hatte Chliwitz 4 Todesopfer zu beklagen.

Lage

Die Verkehrslage des Dorfes war ungünstig. Es war durch eine Gemeindestraße, die hinter Wüstrei abzweigt, mit der Bezirksstraße Starktstadt-Rotkosteletz, verbunden. Eine Gemeindestraße führte nach Jibka.
Der Ort war reich an Quellen. Die bekannteste war der Auenbrunnen. Der Dorfbach mündet bei Starkstadt in die Erlitz. Das Dorf hatte eine Länge von etwa 1 km und eine Fläche von 271 ha. Die Fläche verteilte sich auf etwa 130 ha Ackerland, 22 ha Wiese und Weide, 114 ha Wald, der z.T. herrschaftlich war, und 5 ha Bauland und Wege.
Der Schwedenberg lag unmittelbar an der Sprachgrenze und bot eine Aussicht bis weit ins Innere Böhmens. Er war eines der lohnendsten Ausflugsziele in der Umgebung.
In den Jahren 1936/37 errichtete die tschechoslowakischen Militärverwaltung starke Bunkerverteidigungsstellungen in der Dorfflur. Sie wurden allerdings nie bezogen.

Wirtschaft - Bevölkerung

Beachtlich waren die Steinkohlenflöze, die seit 1911 über dem Wetterschacht, der wenige Meter außerhalb der Gemeindegrenze liegt, abgebaut wurden. Die Strecken, Stollen und Flöze lagen hauptsächlich auf Gemeindegebiet. Die Schürfrechte hatte bis 1945 die Schwadowitzer Bergwerks-AG. Seit 1911 hat sich das Dorf zur Bergarbeitersiedlung entwickelt.
Früher war im Ort die Handweberei verbreitet, da die Menschen von dem kargen Ackerertrag nicht leben konnten.

Einwohnerzahlen nach den Ergebnissen der amtlichen Volkszählungen:

Jahr Deutsche Tschechen Andere Gesamt
1885 353 5 3 361
1900 319     319
1913 290 13   303
1920 262 32   294
1930 195 41 1 237
1939       222
1961       119

Chliwitz ist seit 1965 nach Starkstadt eingemeindet.

Mehr über Chliwitz können Sie in dem Dorfbuch "Wüstrei, Chliwitz, Ober-Drewitsch" nachlesen.
Es ist beim Heimatkreis Braunau erhältlich.










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