Geschichte

- Böhmen - Sudetenland
- Braunauer Land
- Besiedlung des Braunauer Landes
- Besiedlung des Wekelsdorfer Gebietes



Besiedlung des Braunauer Landes

Entlang der Steine hätte schon im frühen 12. Jahrhundert ein Steig von Glatz geführt. Beamte des königlichen Burggrafen von Glatz haben sich dann am Fuße des Hügels beim Zusammenfluss des Voigtsbaches mit der Steine angesiedelt; zu ihnen sind auch bald andere Siedler gestoßen.

Das Gebiet des Braunauer Landes war bis ins 13. Jahrhundert von nahezu undurchdringlichem Wald bedeckt. Ortsnamen erinnern noch heute daran, dass es sich zumeist um Laubwald gehandelt hat. Das dicht bewaldete Grenzgebirge bildete so einen natürlichen Schutzwall gegen feindliche Einfälle in das Innere Böhmens. Das Gebiet war Teil des Grenzwaldes (Markwaldes), der dem Landesfürsten von Böhmen gehörte. Nur an den Flüssen Steine und Mettau sowie unmittelbar an den Einmündungsbereichen von Bächen mögen vereinzelt schmale Wiesenstreifen gelegen haben.

Erste Bewohner dieses Gebietes waren Jäger und Grenzwächter. Die Voraussetzung für den Beginn einer richtigen Besiedlung des Braunauer Landes war die Schenkung des böhmischen Königs Premysl Otokar I. im Jahre 1213 an das Stift Brevnov. In der Schenkungsurkunde wurden dem Sift das Braunauer Land und Teile aus dem Friedländischen Bereich als "erschreckend wüst" bezeichnetes Gebiet zum ewigen Besitz überlassen. Im Jahre 1229 bestätigte König Wenzel I. diese Schenkung.

Etwa ab 1250 - 1270 setzte eine verstärkte Besiedlung des Braunauer Landes vor allem durch Franken, Bayern, Sachsen und Thüringer auf dem Umweg über Schlesien ein. Die vollständige Besiedlung des Braunauer Landes zog sich bis in das 15. Jahrhundert hin.

Zurück      Nach oben

Besiedlung des Wekelsdorfer Gebietes

Die geschichtlichen Entwicklung im Wekelsdorfer Gebiet ist umfangreich.

Bis 1250 kann für den südlichen Teil des Wekelsdorfer Gebietes eine geringe, weilerartige Besiedlung angenommen werden. Die späteren Dörfer in diesem und dem übrigen Teil des Wekelsdorfer Gebietes sind Reihendörfer mit Waldhufenflur. Beides sind Kennzeichen deutscher Gründung. Eine stärkere tschechische Besiedlung hätte, wie dies andere Gebiete zeigen, Spuren in der Dorf- und Fluranlage zurückgelassen. Die Hofanlagen waren gleichfalls deutscher Herkunft.

Die Adelsfamilien, denen das Wekelsdorfer Gebiet von den böhmischen Landesherren zur Verwaltung oder zu Eigentum übertragen erhielten, waren mit wenigen Ausnahmen, tschechischer Nationalität. Sie haben allein aufgrund ihrer Machtbefugnis Dörfern und Siedlungen tschechische Namen gegeben. Es war ihnen allerdings nicht möglich, das Gebiet mit Hilfe tschechischer Bauern zu erschließen und zu besiedeln. Tschechische Siedler hätte die Adelsfamilie erst mit Saatgut, Ackergerät und Vieh ausstatten müssen. Viel günstiger und einfacher war es, die Waldhufen in Erbpacht an deutsche Bauern zu geben. Es kann daher nicht von tschechischen Ortsnamen im Wekelsdorf auf eine tschechische Besiedlung geschlossen werden.

Der weitaus größte Teil der Siedler waren schlesischer Herkunft, jedoch nicht ausschließlich. Auch süddeutsche und zwar bayerisch-ostfränkische Siedler, die über Böhmen und Mähren in diesen Raum gelangten, müssen sich gleichfalls an der Besiedlung dieser Gebiete beteiligt haben. Ihre Mundart ist zwar untergegangen, aber Ortsnamen weisen noch auf die Spuren dieser Siedler hin.

Die Siedler kamen von Landeshut über Friedland, von Schömberg und Grüssau aus dem schlesischen Raum bis in das Johnsdorfer und Wernersdorfer Gebiet. Die mundartlichen Besonderheiten der Schlesier sind bei diesen Siedlern gegenüber den Bewohnern des übrigen Braunauer Landes stärker ausgeprägt.

Seit 1850 bestand das Braunauer Land aus den Gerichtsbezirken Braunau und Politz. Das Starkstadter Gebiet war dem Politzer Bezirk zugeordnet. Im Jahr 1894 wurden aus den beiden Bezirken das Wekelsdorfer, Adersbacher und Starkstadter Gebiet herausgelöst und ein eigener Gerichtsbezirk Wekelsdorf gebildet. Der politische Bezirk Braunau (Verwaltungsbezirk) setzte sich dann aus den Gerichtsbezirken Braunau, Wekelsdorf und Politz zusammen.

Die Geschichte des Wekelsdorfer Gebietes ist wegen der spärlich vorhandenen Urkunden aus dieser Zeit nur schwierig nachzuvollziehen. Erschwerend kam noch der häufige Wechsel des Besitzes durch Aufteilen bei Erbschaft, Heirat, Tausch, Kauf und Verkauf hinzu. In der Zeit vom 13. Jahrhundert bis 1625 teilten sich eine Starkstadter, Adersbacher und Wekelsdorfer Herrschaft das Gebiet. Die sehr wechselhaften Besitzfolgen führten dabei zu vielschichtigen Aufteilungen, die allerdings auch vorübergehend wieder gewisse Konzentrationen des Gebietes bei einzelnen Herrschaften brachten.

Zwischen 1200 und 1250 tauchte in diesem Gebiet ein tschechisches Adelsgeschlecht auf, das einen Steigbügel im Wappen führte. Dieser Distrikt war offenbar vom Landesfürsten diesem Adelsgeschlecht zur Verwaltung übertragen worden.

Das Gebiet reichte im Süden bis zum Drewitscher Bach und an die Mettau bis zur Einmündung des Bodischer Baches, diesem entlang bis zum Birkigter Bach. Die Grenze verlief dann weiter zwischen Ruppersdorf und Wiesen und dem Dobrohoster Bach nach Norden bis zur Steinequelle um Schömberg. Im Westen reicht das Gebiet bis zur Aupa, wo sich später auch der Herrensitz von Ryzmburk (Riesenburg) befand.

Der erste Herr, dessen Name als Besitzer dieses Gebietes genannt wurde, ist Wladyke Bohuslav Sezema. Er hatte seinen Sitz in der Gegend von Starkstadt oder der Ryzemburk. Dass er bereits Herr des Landes war, beweist das Vererben und Aufteilen seines Besitzes auf seine drei Söhne Bohus, Rubin und Peter. Es entstanden durch die Aufteilung die Adersbacher, die Starkstadter, die Wekelsdorfer und die Wiesener Herrschaften. Die Wiesener Herrschaft ist 1434 durch Schenkung an den Abt von Braunau dem Klosterland eingefügt worden und sehr bald mit ihm verwachsen.

Die Herrschaften, die sich in den folgenden Jahren durch Erbfolge, Kauf, Tausch und Heirat immer wieder ändern, hatten eigenständige geschichtliche Entwicklungen. Durch die verwandtschaftlichen Beziehungen der Adelsgeschlechter bestehen aber immer wieder sehr enge Verknüpfungen.

In der Zeit von 1359 bis 1371 ist Ritter Rubin von Zampach Besitzer der Starkstadter Herrschaft. Er baute eine feste Burg auf Katzenstein, die Skaly genannt wird. Dorthin verlegte er auch seinen Sitz. Im Jahre 1625 wurde die Herrschaft Skál in die Gutsherrschaften Starkstadt und Bischofstein aufgeteilt.

Zurück      Nach oben